Teilen oder nicht teilen?

In diesem Alter geht das Teilen eigentlich gegen die natürlichen Instinkte Ihres Kindes. Das Selbstwertgefühl wird jeden Tag stärker, was mit dem Wunsch, die eigene Meinung mitzuteilen und den Willen anderen aufzuzwingen, einhergeht. Es ist sich des Konzepts des Eigentums bewusst und weiß genau, was dazu gehört – und hat keinerlei Absichten, etwas davon aufzugeben! Warum sollte es sein Spielzeug jedem überlassen müssen, der damit spielen möchte? Wenn Sie es sich richtig überlegen, ist Teilen nämlich ein ziemlich vages Konzept. Es geht darum, rücksichtsvoll und selbstlos zu sein und zur Freude anderer etwas aufzugeben – Dinge, um die sich die meisten Zweijährigen nicht kümmern! Eltern fahren besser, wenn sie ihrem Kind das Konzept des Teilens im Sinne von „Abwechseln beim Spielen“ beibringen. Für Ihr Kind ist dies weitaus logischer. Sich abzuwechseln ist kurzfristiger und gegenseitiger. Erklären Sie Ihrem Kind, dass sein Spielkamerad sein geliebtes Spielzeug nur kurz ausleihen möchte und es gleich wieder zurückgeben wird. Seien Sie beiden gegenüber fair, indem Sie Ihr Wort halten und den Besucher auffordern, das Spielzeug zurückzugeben, damit Ihr Kind wieder an die Reihe kommt. Falls Ihr Kleines ein Spielzeug hat, das ihm besonders viel bedeutet – zum Beispiel den Teddybären, mit dem es schläft, oder ein nagelneues Spielzeug, auf das es ganz versessen ist – sollten Sie diese heißgeliebten Objekte weglegen, wenn Besucher kommen, statt von Ihrem Kind zu erwarten, dass es diese teilt. Auf diese Weise lassen sich unnötige Tränen und Wutanfälle vermeiden.

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